Firmung und Konfirmation

Christlicher GlaubeDie Firmung und Konfirmation (lat. Confirmatio, Bestätigung, Bekräftigung) bedeuten eine bewusste, von der Vernunft getroffenen Entscheidung für den christlichen Glauben. Deshalb sind die Firmlinge bzw. Konfirmanden meistens Jugendliche um die 14 Jahre alt. Gleichzeitig bedeutet diese Entscheidung eine Aufnahme in die Welt der Erwachsenen. Dieses zuletzt genannte Ziel hat auch die Jugendweihe, allerdings außerhalb einer religiösen Weltanschauung. 

Firmung - katholische Kirche

Die Firmung ist in der römisch-katholischen, der altkatholischen, der orthodoxen Kirche und in der anglikanischen Kirche eine sakramentale Handlung. 

Sakramente sind Zeichen, die Gottes Wirken erfahrbar machen. Insgesamt gibt es im katholischen Glauben sieben Sakramente: Taufe, Erstkommunion, Eucharistie (Gedächtnismahl, Teilnahme am Abendmahl), Trauung, Weihe, Krankensalbung und die Beichte.

Der Heilige GeistDie Firmung ist also eines der Sakramente und bedeutet eine Fortführung der Taufe. Deshalb ist die Taufe eine Voraussetzung, um gefirmt zu werden. Durch die Firmung wird die Kraft des Heiligen Geistes an den Gläubigen übertragen. Dadurch wird seine Bindung zum Glauben, zur Kirche und den christlichen Lehren gestärkt. Der Heilige Geist wird durch die weiße Taube symbolisiert.

Das Fest des Heiligen Geistes (= der Geist Gottes) ist Pfingsten. Damals, zu Pfingsten, kam der Heilige Geist auf die Apostel herab, 10 Tage nachdem Jesus an Christi Himmelfahrt zu seinem Vater in den Himmel auffuhr.

Erstkommunion und Firmung

ErstkommunionDas Alter für eine Firmung liegt in der Regel zwischen 12 und 16 Jahren. Im katholischen Glauben wird die Firmung oft von der Erstkommunion getrennt, doch manchmal auch zusammengelegt. Die Erstkommunion bedeutet der erste Empfang des Sakraments der heiligen Kommunion (Sakrament der Eucharistie: Teilnahme am Abendmahl). Erst ab der Erstkommunion darf der Gläubige beichten (Bußsakrament). Dieses erste Mal wird ganz besonders in Rahmen einer Heiligen Messe gefeiert.

Die Erstkommunion bekommen Kinder ab 6 Jahren (bis 12 Jahren). Sie sollen im katholischen Glauben ein Alter erreicht haben, wo sie zwischen Gut und Böse unterscheiden können (Fähigkeit der Vernunft). Nur dann können sie eigene Fehler erkennen, und eine Beichte macht Sinn. Dieses Alter gilt genauso für die Erstkommunion, da erst ab der Erstkommunion gebeichtet werden kann.

Ablauf der Firmung

Die Jugendlichen werden für die Firmung vorbereitet, beginnend oft mehrere Monate vor der feierlichen Zeremonie. Das geschieht oft durch ehrenamtliche Mitarbeiter der Pfarrgemeinde. Doch die Verantwortung trägt immer der Pfarrer, welcher der Gemeinde vorsteht. Vermittelt werden grundlegende Glaubensinhalte.

Eucharistie_AbendmahlDie Firmung selbst wird normalerweise von einem Bischof durchgeführt, kann aber an einen Priester delegiert werden. Sie findet im Rahmen einer Heiligen Messe statt, also eines Gottesdienstes mit dem Sakrament der Eucharistie (Teilnahme am Abendmahl). Innerhalb des Gottesdienstes erneuert der Firmling sein Taufversprechen.

Dann breitet der Bischof seine Hände über den Kopf des Firmlings aus mit Handauflegen und bittet um die Herabkunft des Heiligen Geistes. Anschließend zeichnet der Bischof ein Kreuz mit Salböl auf die Stirn des Firmlings. Währenddessen spricht er: „Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist.“ Während der Firmung legt der Firmpate als Zeichen seiner Unterstützung seine Hand auf die rechte Schulter des Firmlings.

Manchmal bekommt der Firmling ein Heiligenbild geschenkt, manchmal sucht er sich diesen Heiligen selbst aus, dessen Namen er annimmt. Traditionell feierte der Firmling diesen Tag mit seinem Paten alleine. Doch heutzutage wird die Feier in einem größeren Kreis der Familie gefeiert. Auch erhält der Firmling Geschenke.

Vollwertiges Mitglied der Kirche

Erst mit der Firmung gilt die Taufe als vollendet, da der Gefirmte der Kirche nun als vollwertiges Mitglied angehört. Durch den Empfang des Heiligen Geistes, hat er die Kraft, den Glauben durch Wort und Tat zu verbreiten.

Die Bibel macht einen deutlichen Unterschied zwischen einer getauften Person und einer Person, die den Heiligen Geist empfangen hat. Ein Bibelvers soll dies veranschaulichen:

"... Als die Apostel in Jerusalem hörten, dass Samarien das Wort Gottes angenommen hatte, schickten sie Petrus und Johannes dorthin. 15 Diese zogen hinab und beteten für sie, sie möchten den Heiligen Geist empfangen. 16 Denn er war noch auf keinen von ihnen herabgekommen; sie waren nur auf den Namen Jesu, des Herrn, getauft. 17 Dann legten sie ihnen die Hände auf und sie empfingen den Heiligen Geist.
– Apg 8,14–17 (Apostelgeschichte des Lukas).

Konfirmation - evangelische Kirche

Die Kirchen der Reformation haben äquivalent zur Firmung einen sehr ähnlichen Ritus geschaffen, die Konfirmation. Sie ist in den meisten evangelischen Kirchen eine feierliche Segenshandlung, jedoch kein Sakrament, im Gegensatz zur Firmung.

evangelisches AbendmahlDie Konfirmation ist gleichzeitig ein bürgerliches Initiationsritual, welches den Wechsel in das Erwachsenenleben feiert. Denn früher wurde die Konfirmation mit dem Ende der Schulpflicht gefeiert. Da waren die Schulabgänger, wie auch die Konfirmanden heute, zwischen 14 und 15 Jahre alt. Den nicht-religiösen, konfessionslosen Wechsel in das Erwachsenenleben feiert die Jugendweihe.

Die Konfirmation ist eine persönliche Bestätigung der Taufe und damit eine Bestätigung des eigenen Glaubens. Mit der Konfirmation wird der Konfirmand zum Abendmahl zugelassen. Er wird in die kirchliche Welt der Erwachsenen aufgenommen. Das bedeutet, dass er z. B. Taufpate werden kann, auch wenn er noch nicht volljährig ist.

Ablauf der Konfirmation

Die Vorbereitung auf die Konfirmation findet im Rahmen eins oft einmal wöchentlichen Konfirmationsunterricht statt. Solch ein Unterricht kann zwischen neun Monaten und mehreren Jahren dauern. 

Doch normalerweise ist der Konfirmationsunterricht zeitlich begrenzt und klar festgelegt. Er wird von einem Pfarrer oder Pfarrerin abgehalten. Manchmal finden auch gemeinsame Freizeiten statt, sogenannte „Konfi-Camps“, wo der Unterricht im Block praktiziert werden kann. 

Behandelt werden Glaubensinhalte. Doch Auswendiglernen und Abfragen des Erlernten treten immer mehr in den Hintergrund. Wichtiger sind praktische Erfahrungen, z. B. das gemeinsame Gestalten eines Gottesdienstes und allgemeiner: eine Begleitung in der Phase der Pubertät.

Ritus der Konfirmation

Abendmahl mit WeinDie Konfirmation findet im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes statt. Man spricht auch von einem Einsegnungsgottesdienst, da durch Handauflegung der Mensch persönlich gesegnet wird. Durch das Glaubensbekenntnis bekräftigen die Konfirmanden ihren Glauben explizit. Die Konfirmanden empfangen einen Segen durch Handauflegen und einen persönlichen, biblischen Konfirmationsspruch, der sie durch ihr Leben begleiten soll. Häufig nehmen sie bei dieser Feier das erste Mal am Abendmahl teil.

Es gibt allerdings in einigen evangelischen Landeskirchen seit einigen Jahren das Kinderabendmahl. Dann verliert die Zulassung zum Abendmahl bei der Konfirmation an Bedeutung. Dafür gewinnt das „Ja“ zum eigenen Glauben an Gewicht. 

Die Konfirmation wird normalerweise zu Hause im Rahmen der Familie weiter gefeiert. Es gibt Geschenke, die zum Übertritt in die Welt der Erwachsenen passen, z. B. die erste Armbanduhr. Früher war das zum Beispiel auch die Aussteuer oder eine eigene Bibel. Heute gehören auch Geldgeschenke dazu.

Quellen

© "Jesus, Kirchenfenster." Alexa von Pixabay.
© "Heilige Geist, weiße Taube." Alexa von Pixabay.
© "Mädchen, Erstkommunion." Alexa von Pixabay.
© "Eucharistie - Abendmahl." Alexa von Pixabay.
© "Evangelisches Abendmahl." Alexa von Pixabay.
© "Evangelisches Abendmahl mit Wein." Alexa von Pixabay.

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