Die Taufe

Die Taufe ist eine christliche, rituelle Handlung, die von den verschiedenen Konfessionen unterschiedlich begangen und verstanden wird. Eine Taufe kann bedeuten, dass jemand in die christliche Gemeinschaft aufgenommen wird. Eine Taufe ist aber auch eine Entscheidung oder ein Bekenntnis, einem bestimmten Glauben anzugehören. Unabhängig ihrer genauen Bedeutung wird beim Vollzug einer Taufe der Täufling mit Wasser begossen, mit Wasser besprenkelt oder in Wasser getaucht.

Taufe – Symbolik des Wassers

Wasser symbolisiert das Leben.
Wasser ist ein Symbol für Leben, für Neugeburt und für Reinigung.

Da der Täufling bei einer Taufe mit Wasser übergossen oder sogar vollständig unter Wasser getaucht wird (Ganzkörpertaufe), liegt der Gedanken einer reinigenden Handlung nahe. Doch das Wasser ist nicht nur ein Symbol der Reinigung (körperlich und geistig, z. B. sich von Sünden, auch der Erbsünde, reinzuwaschen), sondern wirkt auch belebend, erfrischend und passt daher gut zu einem Neubeginn. Die Taufe markiert immer einen neuen Lebensabschnitt, vielleicht sogar eine Neugeburt im Schoß der christlichen Gemeinschaft. Denn sie ist eine vorbereitende oder bestätigende Handlung für die Aufnahme in die christliche Gemeinschaft, je nachdem, wie alt der Täufling ist. Ist der Täufling ein Säugling, kann die Taufe nur eine vorbereitende Handlung sein, da er selbst noch keine Entscheidung treffen kann. Das Wasser ist ein sehr wichtiges Symbol – es symbolisiert das Leben selbst.

Gläubigertaufe – Heranwachsenden- oder Erwachsenentaufe

Taufe eines Erwachsenen
Die Heranwachsenden-, Erwachsenentaufe oder Gläubigertaufe tauft religionsmündige Menschen.

Wer von einer Taufe spricht, meint meistens die Kindertaufe (oder Säuglingstaufe), die bei uns immer noch üblich und die Regel ist. Doch es gibt auch die Gläubigertaufe, eine Taufe, die im mündigen Alter vorgenommen wird. Der Täufling entscheidet sich also bewusst für seinen Glauben. Die Gläubigertaufe wird in vielen freikirchlichen Bewegungen praktiziert, die eine Kindertaufe ablehnen. Der Grund liegt auf der Hand: Das Kind ist noch zu klein, um selbst entscheiden zu können, ob es überhaupt einer bestimmten Konfession angehören will.

Auch in der evangelischen und katholischen Kirche gibt es Gläubigertaufen, doch hier verwendet man andere Begriffe. Man spricht von einer Erwachsenentaufe oder Heranwachsendentaufe. Damit ist eine Taufe gemeint, die für alle Altersgruppen angeboten wird, die das Unterscheidungsalter erreicht haben. Das bedeutet, dass der Täufling zwischen Gut und Böse unterscheiden kann. So kann es sich also auch bei Kindern, die beispielsweise das 8. Lebensjahr erreicht haben, durchaus um eine Heranwachsenden- bzw. Erwachsenentaufe handeln und nicht mehr um eine Kindertaufe.

Sofern der Täufling selbst entscheidet, dem katholischen Glauben anzugehören, wird direkt im Anschluss an die Taufe meist die Firmung und die Erstkommunion vollzogen. Entsprechendes gilt für den evangelischen Glauben, nur dass hier im Anschluss die Konfirmation mit dem Abendmahl durchgeführt wird.

Kindertaufe oder Säuglingstaufe

Taufe von religionsunmündigen Kindern
In der Kinder- oder Säuglingstaufe werden religionsunmündige Täuflinge getauft.

Die Kindertaufe oder Säuglingstaufe ist bei uns üblich, unabhängig davon, ob es sich um eine evangelische oder katholische Taufe handelt. Von einer Kindertaufe spricht man immer dann, wenn es sich um religionsunmündige Täuflinge handelt, d. h. sie können noch nicht zwischen Gut und Böse unterscheiden. Die Gründe, warum man Säuglinge tauft, unterscheiden sich je nach Konfession. Meistens werden Säuglinge innerhalb ihres ersten Lebensjahres getauft, doch das ist keine von den Kirchen vorgeschriebene Bedingung.

Bedingung für eine evangelische Taufe

In der evangelischen Kirche wird die Taufe bzw. der Glaube als ein Geschenk Gottes für das Kind angesehen und nicht als ein Bekenntnis. Es wächst quasi im Schutz- und Kraftfeld eines Glaubens auf, dem auch seine Eltern (Erziehungsberechtigten) angehören. Denn das Bekenntnis zum eigenen Glauben steht noch aus, wenn das Kind alt genug dafür ist. Meistens wird in der Pubertät die Konfirmation vollzogen, wo sich der Heranwachsende bewusst und mündig für seinen Glauben entscheidet.

Bedingung für eine katholische Taufe

In der katholischen Kirche hingegen wird der christliche Glaube als Bedingung für eine Taufe angesehen. Es wird geprüft, ob die Eltern bzw. die Erziehungsberechtigten – stellvertretend für das Kind – die Voraussetzungen erfüllen, d. h. ein christliches Leben führen. Werden Kinder im christlichen Glauben erzogen, weil auch die Eltern gläubig sind, dann ist die Voraussetzung für eine (religionsunmündige, vor dem Schulalter stattfindende) Kindertaufe in der römisch-katholischen Kirche erfüllt. Hier wird also eine Taufe vollzogen in der Hoffnung, dass die Kinder im katholischen Glauben aufwachsen.

Gehören die Eltern dem katholischen Glauben nicht an, so kann das Kind erst dann getauft werden, wenn es religionsmündig ist, also zwischen Gut und Böse unterscheiden kann. Das ist in der Regel mit der Vollendung des 8. Lebensjahres der Fall. Das Kind muss seinen Willen, getauft zu werden, „öffentlich“ äußern. Auch müssen seine Eltern zustimmen.

Taufpaten

Kirchenbuch der Baptisten
Die Paten werden von den Eltern ausgesucht, von der Kirche ernannt und im Kirchenbuch vermerkt.

Das Amt des Paten ist ein Ehrenamt in den unterschiedlichen christlichen Konfessionen. Ein Pate soll die Eltern in erster Linie bei der christlichen Erziehung unterstützen. Er hält oft den Täufling während der Taufe. Man könnte ihn als Stellvertreter der christlichen Gemeinschaft verstehen, in welcher der Täufling aufgenommen wird. Die Paten werden normalerweise von den Eltern ausgesucht und von der Kirche ernannt. Sie werden im Kirchenbuch vermerkt. In der Regel sollten die Paten der gleichen Konfession wie ihr Patenkind angehören und gefirmt (katholisch) bzw. konfirmiert (evangelisch) sein. Es gibt zwar bestimmte Ausnahmeregelungen, die jedoch von den Kirchen und Ländern unterschiedlich gehandhabt werden.

Früher bekamen die Taufpaten die Fürsorgepflicht für ihr Patenkind, wenn dessen Eltern früh verstarben. Doch heute ist eine damit verbundene Vormundschaft nicht mehr an das Amt des Paten geknüpft. Sie wird manchmal gewünscht und sollte dann vorab mit den Paten geklärt und durch ein Testament schriftlich festgehalten werden.

In der evangelischen Kirche ist das Patenamt in der Regel an die Kindertaufe geknüpft. Formal endet das Amt der Paten mit der Konfirmation des Kindes. Denn dann ist die christliche Erziehung abgeschlossen, da sich der Täufling selbstverantwortlich für seinen Glauben entschieden hat. Normalerweise wird dem Kind 1 bis 2 Paten zur Seite gestellt. In der katholischen Kirche gibt es Tauf- und Firmpaten. Auch sie sollen dabei unterstützen, dass der Getaufte ein christliches Leben führt. Doch hier endet die Patenschaft nicht mit der Religionsmündigkeit des Getauften, da die Patenschaft eine „geistige Verwandtschaft“ bedeutet, die ein Leben lang anhält.

Doch unabhängig davon, in welcher Konfession ein Pate sein Amt ausübt – er gibt bei der Taufe (bzw. Firmung) sein Versprechen, das Führen eines christlichen Lebens zu unterstützen.

Ablauf der Taufe

Der genaue Ablauf der Taufe variiert, je nachdem, wer sie durchführt. Denn sie hängt nicht nur davon ab, um welchen (christlichen) Glauben es sich handelt, sondern auch vom Priester bzw. Pfarrer, der diesen christlichen Ritus vollzieht. Doch die Eckpunkte jeder Taufe sind sich sehr ähnlich.

Drei verschiedene Taufformen

Taufbecken
In jeder Kirche unterschiedlicher Konfessionen gibt es Taufbecken.

In der katholischen und evangelischen Kirche tauft man das Kind, indem man Wasser über seinen Hinterkopf gießt. Normalerweise findet die Zeremonie in der Kirche am Taufbecken statt. Doch auch draußen in der Natur wird getauft, in der unmittelbaren Nähe von Flüssen oder Seen. Einige Kirchengemeinschaften praktizieren die Taufform des Untertauchens, z. B. die Zeugen Jehovas, die Baptisten, die orthodoxe Kirche, aber auch die römisch-katholische Kirche. Die dritte Taufform ist das Besprengen mit Wasser, was z. B. in der Neuapostolischen Kirche praktiziert wird.

Fast identische Taufformeln

Die Taufformel ist in den unterschiedlichen Kirchen sehr ähnlich. Oft heißt es: „Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ In der evangelisch-lutherischen übersetzte man nicht „… im Namen des Vaters …„, sondern „… auf den Namen des Vaters…“. Doch das wurde oft missverstanden, in dem Sinne, dass bei einer Taufe die Namensgebung für das Kind dazugehört. Doch das ist nicht der Fall, da die Namensgebung nicht zur Taufe gehört. Daher ging man auch in der evangelischen Kirche dazu über, die ursprüngliche Übersetzung zu verwenden: „im Namen des Vaters …

Die Taufformel bedeutet, dass der Täufling in das Leben Christus aufgenommen wird und an dessen Tod und Auferstehung teilhat, d. h. auch an einem Leben nach dem Tod. Man nennt diese Taufformel auch trinitarische Formel, womit die Dreieinigkeit, Dreifaltigkeit oder Trinität von Vater (1), Sohn (2) und Heiliger Geist (3) angesprochen wird. Denn es handelt sich nicht um drei unterschiedliche Personen oder Kräfte, sondern um die Wesenseinheit Gottes.

Die Tauffeier

Taufkerze
Die Taufkerze und ein Taufspruch oder Fürbitte gehören zu den meisten Taufen dazu.

Die Tauffeier kann innerhalb einer heiligen Messe (katholisch) bzw. sonntäglichen Gottesdienst (evangelisch) oder auch außerhalb erfolgen. Die liturgische Feier hängt davon ab, ob der Täufling religionsmündig oder noch unmündig ist. Im letzteren Fall antworten die Eltern bzw. Paten stellvertretend für den Säugling bzw. nehmen stellvertretend für ihn Handlungen vor. Der Täufling erhält meistens ein Taufspruch, der sein Lebensweg begleiten soll (evangelisch), bzw. Fürbitten (katholisch) und eine Taufkerze. Gerne werden katholische Taufen in der Osternacht vorgenommen, d. h. am Karsamstag (vor Ostersonntag), denn sie steht im Geist der bevorstehenden Auferstehung Jesu.

Sonderform: Nottaufe

Normalerweise wird die Taufe von einem Geistlichen durchgeführt. In Notfällen, bei unmittelbarer Lebensgefahr oder im Angesicht des schnell herannahenden Todes, kann aber jeder, der die richtige Gesinnung und Einstellung mitbringt, eine Taufe vornehmen. Der Laie gießt etwas Wasser über den Kopf des Täuflings und spricht: „Ich taufe dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. (Amen.)“

Quellen

Wikipedia: Nottaufe (aktualisiert: 25.01.2023), Taufe als christlicher Ritus (aktualisiert: 17.02.2023), Kindertaufe (aktualisiert: 26.01.2023), Gläubigertaufe (aktualisiert: 04.12.2022).

Schreibe einen Kommentar

Die Angabe des Namens ist optional.
Mit der Nutzung dieses Formulars erklären Sie sich mit der Speicherung, Verarbeitung und Veröffentlichung der angegebenen Daten durch diese Webseite einverstanden.
Weitere Informationen darüber, wie wir mit deinen Daten umegehen, findest du in unserer Datenschutzerklärung.


Fest & Feiern > Feierliche Anlässe > Neuer Lebensabschnitt > Die Taufe