Geschenkideen ohne Geld

Geschenkideen, die ohne Geld auskommen, sollten etwas ganz Persönliches sein. Dabei braucht es vielleicht ein bisschen Mut, das Wagnis, etwas von sich selber mitzuteilen und preiszugeben. Es sollte etwas sein, was mit dem Beschenkten und dem Schenkenden, eng verbunden ist. Wenn das gelingt, dann wird es sich deutlich von allen anderen Geschenken abheben. Das Schenken selbst rückt in den Vordergrund und die Freude darüber, einem geliebten Menschen eine ganz besondere Wertschätzung auszudrücken.

Ohne Herz geht es nicht

Sicherlich sollte es bei jedem Geschenk darum gehen, es vom Herzen zu schenken. Doch in der heutigen Zeit sind Geschenke schnell gekauft. Dabei gerät der Kerngedanke des Schenkens oft ins Hintertreffen. Denn Schenken hat von seiner Bedeutung her nichts mit einem Deal zu tun oder mit Verpflichtungen, denen man nachkommen muss, damit der Familienfrieden gewahrt bleibt.

Bevor man etwas schenkt, das später nur herumliegt und verstaubt, greifen Menschen gerne zu Gebrauchsgegenständen. Das funktioniert oft, wenn der Beschenkte noch jung ist. Ein junger Mensch freut sich über eine Beteiligung für seinen Führerschein oder für andere materielle Unterstützung, die er sich (noch) nicht leisten kann. Doch je älter die Menschen werden, desto weniger brauchen sie. Oft sagen sie selbst, dass man ihnen nichts schenken soll. Solch eine Situation hatten wir bei unserer Schwester, die zu ihrem 60. Geburtstag einlud. In ihrer Einladung stand, dass sie keine Geschenke haben möchte. Denn ihr größter Wunsch war es, mit der ganzen Familie zu feiern.

Die eigene Wertschätzung ausdrücken

Dichtkunst schenken
Es gibt kaum etwas Persönlicheres als ein selbst geschriebenes Gedicht.

In unserer Familie entstand die Idee, dass ihr jeder ein persönliches Elfchen widmet. Dabei handelt es sich um eine Gedichtform, die schon in der (Grund-) Schule vermittelt wird. So konnten sich an dieser Idee drei Generationen beteiligen, insgesamt 8 Personen. Ich selber erfuhr davon erst eine Nacht vor ihrem Geburtstag. Doch das war genügend Zeit, noch ein Gedicht für sie zu schreiben. Jeder verfasste also ein persönliches Gedicht, schrieb es auf rotes Papier und schnitt aus dem Papier ein Herz aus. Dieses Herz, beschrieben mit einem Elfchen, wurde dann an ein Schaschlikspieß befestigt. Diese Spieße dienten als Stile, um die Herzen später, bei der Geschenkübergabe, in eine Vase stellen zu können.

Auch die Geschenkübergabe wurde nicht dem Zufall überlassen – sie wurde inszeniert und dadurch zum Höhepunkt. Das Geburtstagskind bekam eine kleine Schale, wo sich unsere Namen befanden. Es loste also aus, in welcher Reihenfolge jeder sein Gedicht vortragen durfte. War das Gedicht vorgetragen, so kam das rote Herz mit Stil (befestigt am Schaschlikspieß) in eine kleine Vase hinein. Dort sammelte sich ein Herzblumenstrauß von 8 sehr persönlich gedichteten Elfchen. Es war eine der persönlichsten Momente, die ich beim Schenken erleben durfte, und es machte uns allen sehr großen Spaß.

Das Elfchen in leicht abgeänderter Form

Das Elfchen besteht – wie der Name vielleicht vermuten lässt – aus insgesamt 11 Wörtern, die auf 5 Verszeilen verteilt werden:

1 Wort
2 Wörter
3 Wörter
4 Wörter
1 Wort

Mehr war bei uns nicht vorgegeben, da genügend Freiräume für persönliche Gedanken bleiben sollten. Normalerweise gehört zu den Elfchen noch eine inhaltliche Struktur.

Inhaltliche Struktur des Elfchen

1 Ein Gedanke oder Gegenstand, ein Thema, eine Farbe, Geruch …
2 Was macht das Wort aus Zeile 1? Beschreibe es näher.
3 Wie ist es beschaffen oder wo befindet es sich? Oder allgemeiner: Was passiert?
4 Was ist deine persönliche Auffassung dazu? Oder: Was denkst du darüber?
5 Fazit: Was kommt dabei heraus?

Wem die inhaltliche Struktur hilft, kann sich danach richten. Ich orientierte mich bei meinem Elfchen nicht daran.

Einige Beispiele

Geschenkideen ohne Geld: Dichten kann jeder
Geschenkideen ohne Geld: Dichten ohne Reim kann jeder!

Ein Elfchen zu dichten, ist überhaupt nicht schwer und gelingt selbst Ungeübten. Das kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Vorab ist es jedoch hilfreich, sich zu überlegen, was man ausdrücken will. Hat der Mensch, den man beschenken will, etwas Wichtiges getan, wofür ich ihn danken will? In welcher Beziehung stehe ich zu diesem Menschen? Ist es mein Geliebter oder meine Geliebte, eine gute Bekannte, eine langjährige Freundin? Will ich dem Beschenkten etwas mitteilen, was vielleicht wichtig für ihn ist? Was möchte ich ihm wünschen? … Ich machte mir einige allgemeine Notizen, was ich ihr wünschen will und schon ging es mit dem Dichten los:

Christina
viel Freude
auf deiner Lebensleiter
immer heiter weiter machen
Lachen.

Als ich so vor mich hin dichtete, kam meine Freundin dazu und war sogleich angesteckt. Sie dichtete:

Christina
viel Sonne
wünsch‘ ich dir
auf all deinen Wegen
Leben.

Die anderen Elfchen, die ich hörte, drückten meiner Schwester ihre Dankbarkeit aus und hatten Wesenszüge von ihr zum Thema. Es war eine spannende und bunte Mischung verschiedenster Themen, alle persönlich und alle für einen Menschen gedichtet.

Variationen

Sicherlich muss es kein Elfchen sein. Es gibt auch andere Versmaße, die sich gut als Geschenk eignen, z. B. ein Haiku. Doch empfehlenswert ist es, ein Vermaß vorab festzulegen. Denn ein Gedicht soll Gedanken verdichten. Es wirkt dadurch gewichtiger, klangvoller und durchdachter. Man braucht nicht krampfhaft nach Wörtern zu suchen, die sich reimen. Eine Verdichtung des Gesagten bringt den Wesenskern deutlicher zum Vorschein. Besonders schön ist es, wenn sich an dieser Geschenkidee mehrere beteiligen und den Mut aufbringen, es einfach zu tun. Denn so wird es ein gemeinschaftliches Geschenk.

Es muss auch kein Blumenstrauß aus Herzen sein. Die Elfchen können in einer anderen ansprechenden Form schriftlich festgehalten werden. Statt der Herzen kann es sich um farbige Blüten handeln, auf welchen jeweils ein Elfchen steht, oder um ganz eigene, selbst erdachte Formen. Je mehr Personen sich daran beteiligen, desto größer und bunter wird der Blumenstrauß der persönlichen Verse.

Der Höhepunkt: Schenken

Alle Gedichte sind wichtig für dieses gemeinschaftliche Geschenk. Doch am wichtigsten ist die Geschenkübergabe. Sie gehört ganz wesentlich zum Schenken dazu und bildet einen kleinen Höhepunkt des gemeinschaftlichen Schenkens. Jeder sollte sein Gedicht vortragen und es in geschriebener Form dem Geburtstagskind überreichen, z. B. in Form eines „Blumenstraußes“.

Geschenkideen ohne Geld: Zeit verschenken

Zeit zu verschenken, ist der zweite große Bereich von Geschenkideen ohne Geld, um einem anderen Menschen große Freude zu bereiten. Dabei sind zwei Richtungen möglich:

  • Gemeinsam Zeit zu verbringen. Davon haben beide etwas, doch primär sollte es um die Interessen des Beschenkten gehen. Man verbringt Zeit miteinander, unternimmt etwas zusammen …
  • Dem anderen Zeit zu verschaffen. Ein klassisches Beispiel ist Babysitten, wenn ein junges Elternpaar einen schönen Abend zu zweit verbringen möchten, um vielleicht in ein Konzert zu gehen, gemeinsam zu essen etc.

Geschenkideen ohne Geld – Zeit gemeinsam verbringen

Menschen, die gerne Zeit miteinander verbringen, beschenken sich gegenseitig. Das wäre der Idealfall. Es müsste sich in diesem Falle um eine Aktivität handeln, die kein Geld kostet, da es hier um Geschenkideen ohne Geld geht. Man könnte zum Beispiel das Abendessen gemeinsam kochen. Da man normalerweise jeden Tag zu Abend isst, fallen die Kosten dafür nicht ins Gewicht. Vielleicht gibt es noch eine Flasche Wein im Keller und schon ist alles für einen gemütlichen Abend zu zweit beisammen. Eine kleine Sammlung von weiteren Ideen, die kein Geld kosten:

  • Einen Film gemeinsam ansehen (Lieblingsfilme des Beschenkten, vielleicht ein Klassiker …).
  • Spazieren gehen, eine Wanderung machen; wenn Schnee liegt: Langlauf.
  • Im Sommer: An einen See fahren und dort einen Tag zusammen verbringen, mit Schwimmen, Lesen, Chillen.
  • Fotos ansehen und Erinnerungen austauschen.
  • Eine kleine Massage zwischendurch (wenn man es kann).
  • Spiele spielen. Dieser Bereich ist sehr umfangreich. Er reicht von Brett- über Karten- bis hin zu Computerspielen.
  • Dem anderen etwas vorlesen – z. B. eine Kurzgeschichte, aus einem Lieblingsbuch.
  • Gemeinsam einem Hörspiel lauschen.
  • Gemeinsam Musik hören.
  • Zusammen musizieren – falls beide ein Instrument spielen oder gerne singen.
  • Gemeinsam Arbeiten erledigen, die Spaß machen, z. B. Gartenpflege.

Geschenkideen ohne Geld – Zeit schenken / verschaffen

Man nimmt dem anderen Menschen etwas ab, was getan werden muss und verschafft ihm daher Zeit. Auch das ist eine Form, Zeit zu verschenken, wenn auch keine gemeinsame. Denn in diesem Fall soll der andere entscheiden, wie und mit wem er diese Zeit verbringen will.

Ideen für das Schenken von Zeit:

  • Reparaturen im Haus und Garten (je nach Fähigkeiten).
  • Gartenpflege: Rasen mähen, Jäten, Pflanzen, Schneiden.
  • Hausarbeiten: Staubsaugen, Fenster putzen, Bügeln, sonstige Putzarbeiten, Aufräumarbeiten.
  • Wäschewaschen, Bügeln.
  • Handarbeiten: Nähen, etwas Reparieren, etwas Häkeln oder Stricken.
  • Etwas Kochen, Backen.
  • Auto waschen / polieren / staubsaugen.
  • Renovierungsarbeiten: Streichen, Tapezieren, Teppich verlegen …
  • Notwendige Erledigungen übernehmen (Einkauf, Besorgungen).
  • Babysitting – auf Kinder aufpassen.

Dem anderen mehr Zeit zu verschaffen, hängt also immer mit der Beantwortung der Frage zusammen: Mit welchen Aktivitäten kann ich den anderen entlasten? Auch hier sollte man keine Selbstverständlichkeiten verschenken, sondern das, was über das Normale deutlich hinausgeht. Ein Beispiel: Meine Freundin bekam zu einem ihrer Geburtstage ein Geschenk, über das sie sich enorm freute: Ein Freund und gleichzeitig gelernter Maler bot ihr an, ihre Küchenwände zu streichen.

Die zweite Frage, die mit solch einem Geschenk zusammenhängt, ist: Welche Fähigkeiten und Fertigkeiten bringe ich mit? Es macht keinen Sinn, seine Hilfe beim Renovieren anzubieten, wenn man zwei linke Hände hat und dem anderen dadurch mehr Zeit kostet als schenkt.

Eine alternative Idee besteht darin, dem anderen Zeit in Form von Gutscheinen zu verschenken. Der andere darf zum Beispiel über 5 Stunden der eigenen Lebenszeit verfügen und sich selbst aussuchen, um welche Aktivitäten oder Arbeiten es dabei gehen soll. Das funktioniert aber nur bei Menschen, die man sehr gut kennt.

Geschenke ohne Geld: Besondere Fähigkeiten

Geschenkideen ohne Geld: selbst gebastelte Geschenke.
Selbst gemachtes Adventsgesteck.

Hier geht es um Geschenkideen ohne Geld, die einem anderen Menschen eine ganz besondere Fähigkeit zur Verfügung stellt oder ihm etwas schenkt, wo diese Fähigkeit eingesetzt wurde. Das ist natürlich auch dann schon der Fall, wenn man bestimmte Arbeiten für jemand anderen übernimmt. Dennoch ist dieser Bereich sehr viel umfassender, da es sich nicht nur um Arbeiten oder Dienstleistungen handelt, sondern darüber hinausgeht. Wer zum Beispiel gerne Musik macht, sollte sich überlegen, ob er damit dem anderen eine ganz besondere Freude bereiten kann.

Wer gerne bastelt, kann sich überlegen, ob er einem geliebten Menschen etwas zur Deko schenken möchte, was selbst gebastelt wurde. Es gibt viele Bastelanleitungen im Netz, die das Haus oder die Wohnung verschönern und gar nicht so schwer herzustellen sind. Zwei Empfehlungen:

Ein weiterer sehr großer Bereich sind private Vermittlungen / Kurse. Meine Freundin ist Yogalehrerin und schenkte mir 2 Einheiten einer Yogasession (2 x 1 1/2 Stunden). Eine andere Freundin kam mit ihrem Computer nicht zurecht und erhielt eine Einführung im Umgang mit ihrem Computer – 5 Einheiten für je 1 Stunde. Jemand anderem bestimmte Fähigkeiten zu vermitteln, ist ein großartiges und bleibendes Geschenk.

Yogakurs
Geschenkideen ohne Geld: Das Geschenk der Entspannung – z. B. einige private Yogastunden.

Geschenkideen ohne Geld – Fazit

Geschenke ohne Geld zu verschenken, ist eine tolle Idee. Denn man muss sich meistens sehr viel mehr Gedanken darüber machen, womit man dem anderen eine ganz besondere Freude bereiten kann. Der Sinn des Schenkens kommt dadurch deutlicher zum Vorschein. Deswegen ist es auch eine hervorragende Idee für ein künftiges Fest, zum Beispiel für das nächste Weihnachten oder den nächsten Geburtstag, einfach auszumachen: Ja, wir schenken uns etwas, aber diesmal ohne Geld!

Quellen

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