Sankt Martins Umzug

Sankt Martins Umzug

Welches Brauchtum geht mit dem Sankt Martins Umzug einher? Benannt wurde er nach dem heiligen Martin von Tours, dessen Tag am 11.11. begangen wird. Innerhalb des christlichen Kalenderjahres ist der Martini oder Martinstag ein angesehener Brauch-, Rechts-, und Wirtschaftstermin.

Am Martinstag wurde seit dem 6. Jahrhundert das bis Weihnachten reichende Adventsfasten eingeläutet. Der Legende zufolge teilte der heilige Martin seinen Umhang mit einem frierenden Bettler. Die Bedeutung des Martinstags wird durch unterschiedliche regionale Bräuche am Leben erhalten, wie den Sankt Martins Umzug, Feuer, sowie den Auftritt von maskierten Gestalten. Ebenso gehörten Festspeisen (Martinsgans, Martinsgebäck), Geschenke, Lieder und Spiele (Martinslieder) dazu.

Protestantisch geprägte Regionen bezogen die Bräuche oft auf Martin Luther. Eine weitere Legende besagt, das sich der heilige Martin von Tours in einem Gänsestall verbarg, um der Wahl zum Bischof zu entgehen. Jedoch verriet ihn das eifrige Geschnatter der Vögel, weshalb diese speziell am Martinstag (Martinsgans) für diesen Verrat einzustehen haben. Für ländliche Dienstboten und Stadtbesoldete war der Martinstag ein wichtiger Wechseltermin. Fälligkeiten wie Zinslieferungen, oder traditionelle sowie herrschaftliche Gegenleistungen wurden abgegolten.

Martin galt ebenso als Festtag der Hirten, da diese den Heiligen als Hüter ihrer Herden betrachteten. An diesem Tag suchten die Hirten ihren Dienstherrn auf und wurden für diese Geste belohnt. Ein Bauernspruch besagt folgendes: „Hat St. Martin einen weißen Bart, wird der Winter lang und hart.“

Im 19. Jahrhundert wurde der Martinsbrauch im Rheinland den Ansichten der Bürger entsprechend angepasst. Diese Form des Brauchtums (Laternenumzug, Feuer, Bescherung), entsprach dem damaligen bürgerlichen Verständnis jener Zeit. Sie behauptete sich jedoch in ihren alten Verbreitungsgebieten (Rheinland, Belgien, Niederlande) und bürgerte sich auch in Ober-Deutschland und anderen Regionen ein.

Heute wird dieser Brauch meist am Vorabend des Martinstags mit einem von Kindern inszenierten Laternenumzug begangen. In den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands herrschen beim Sankt Martins Umzug weitestgehend gleiche, oder gleichartige Rituale. Kinder begehen mit leuchtenden Laternen eine festgelegte Strecke, die meist in einer Kirche endet. Während die Kinder gehen, werden einige Martinslieder gesungen.

 

 

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