Das Osterei

Ostern ohne Ostereier zu feiern, ist undenkbar. Die Symbolik, die uns vom Ei überliefert wurde und deshalb auch das Osterei betrifft, reicht sehr weit zurück bis ins Alte Ägypten und Persien. Die Schale des Eis umschließt neues Leben. Daher wird das Ei ein Symbol der Geburt, aber auch der Wiederauferstehung.

Das Osterei und die Eisymbolik

Die Eisymbolik ist uralt. Sie stammt aus dem Alten Ägypten und Persien. Im Alten Ägypten symbolisierte das Ei die Wiederauferstehung und Geburt. Da lag es nahe, es auch im Christentum als Symbol für die Auferstehung von den Toten zu übernehmen. Denn das Ei ist das Gefäß für neues Leben. Die Eierschalen sind die äußere Hülle und werden zurückgelassen, nachdem das Küken schlüpfte, ähnlich, wie das leere Grab Jesu nach seiner Auferstehung. Es bleibt quasi als Hülle zurück.

In Persien gibt es schon lange den Brauch, Eier zu bemalen und an Freunde zu verschenken. Das neue fruchtbare Jahr soll damit begrüßt werden, äquivalent zu neuem Leben, welches aus einem Ei entsteht.

Ostern in der magischen Welt der Kinder

Unter dem Einfluss der protestantischen Kritik verlor das Osterei zwar seine religiöse Bedeutung, setzte sich aber ab dem 18. Jahrhundert gerade im protestantischen Bürgertum in den Städten immer mehr durch. Auch die Verbreitung des Osterhasen ging rasend schnell, was nicht nur an der Süßwaren-Industrie lag. Allerdings nicht mehr als heiliges Symbol, sondern eher gesellschaftlich innerhalb der Familienwelt. Die Eier wurden für die Kinder versteckt und die Mär vom Osterhasen erfunden.

Eine solche Ostereiersuche wurde z. B. 1783 im Haus Goethes in Weimar beschrieben. Goethe veranstaltete regelmäßig die sogenannte Haseneiersuche. Diese Tradition wird auch heute noch mancherorts gepflegt, z. B. in Weimar.

Färben der Ostereier

Osterei im Osternest
Gefärbte Eier, Schokoladeneier und süße Osterhasen gehören zu Ostern.

In der katholischen Tradition war der Brauch des gefärbten Ostereies über Jahrhunderte weitgehend beibehalten worden. Das hatte einen pragmatischen Ursprung. Die vorösterlichen Fastenzeit dauert 40 Tage. Sie beginnt am Aschermittwoch, also nach dem Fasching, und schließt die Karwoche mit ein (Palmsonntag bis einschließlich Karsamstag). Erst mit dem Ostersonntag endet die 40-tägige Fastenzeit.

In dieser Zeit durften viele Nahrungsmittel nicht gegessen werden, auch keine Eier. Dazumal hatte man keine Kühlschränke, und die Hennen legten in der Fastenzeit weiterhin Eier. Um sie also haltbar zu machen, kochte man sie. Man färbte sie unterschiedlich ein, um sie vom Alter her kenntlich zu machen.

Die Kritik an Eiern

Im Jahr 1682 gerieten die Eier allerdings erstmals in die Kritik: Der Heidelberger Arzt Johannes Richier stellt äußerst kritisch fest, dass die hartgekochten Ostereier schwere Magen- und Darmstörungen verursachen, wenn sie im Übermaß verzehrt werden. Für ihn sind die „ova paschalia“ deshalb Irrtümer aus alter Zeit.

So berichtet er von einem Franziskaner, der an zu vielen Ostereiern starb. Ein anderer sei erstickt, als er das rote Ei im Stück verschlucken wollte. Bei der Gelegenheit kritisiert der Arzt auch ein Ammenmärchen, das den Kindern erzählt wird: dass der Osterhase die Eier im Garten verstecke.

Dahinter schimmert eine Kritik durch, die dem katholischen Brauchtum galt: Das Osterei galt den Katholiken noch als Symbol des auferstandenen Christus, das sich ganz praktisch mit dem Eierverbot in der strengen Fastenzeit verknüpfte. Dies war für die Protestanten eine völlig unangemessene Vorgehensweise: Sie forderten echten Glauben statt frommer Werke.

Ein Zuviel an Eiern ist mit Sicherheit gesundheitlich problematisch, völlig unabhängig davon, ob es sich um Hühnereier oder Schokoladeneier handelt. Doch das dürfte auf fast alle Lebensmittel zutreffen. Zu hohe Mengen bestimmter Lebensmittel schaden der Gesundheit und verhindern den Genuss.

Quellen

Wikipedia (zuletzt aktualisiert: 3. Februar 2022) „Das Osterei

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