Die Olympischen Spiele

Die Olympischen Spiele

Die Griechen und OlympiaWie die Griechen glaubten, waren es die olympischen Götter selbst gewesen, die sich in Olympia zum erstenmal im Wettkampf messen wollten. Damals soll Zeus seinen Vater Kronos im Ringkampf besiegt haben, während Apollon im Faustkampf über Ares und im Wettlauf über Hermes siegreich gewesen sei.

Etwa zur gleichen Zeit soll Herakles die Olympischen Spiele begründet haben. Er bestimmte Ort und Abmessungen des ersten Stadions, wo zunächst nur der Wettlauf ausgetragen wurde. Der Sieger erhielt einen Kranz aus den Zweigen des wilden Ölbaums (Kotinos), den Herakles aus dem Land der Hyperboreer, dem Sitz des hyperboreischen Apoll, mitgebracht und eigenhändig in Olympia eingepflanzt hatte.

Das Zeusheiligtum von Olympia, das unter dem Schutz des höchsten Gottes stand, gewann schnell an Bedeutung und galt für die Griechen bald als das eigentliche Kult- und Wettkampfzentrum der griechischen Welt. Um Athleten wie Zuschauern die gefahrlose Anreise zum Heiligtum zu gewährleisten und die ungestörte Durchführung der Wettkämpfe zu sichern, wurde vor Beginn der Spiele die Heilige Waffenruhe verkündet, während derer für einen Monat jegliche Feindseligkeiten zwischen den griechischen Stadtstaaten einzustellen waren.

Die Griechen erweitern Olympia

Im Laufe der Zeit ergänzten die Griechen den Wettlauf mit anderen Wettkampfarten, die jedoch ausschließlich auf athletische Kämpfe beschränkt blieben. Erst hundert Jahre später kam das Wagenrennen und die anderen Pferderennen hinzu. Gleichzeitig wurde ganz Elis für dem Zeus heilig und unverletzlich erklärt.

Die ersten so neugeordneten Olympischen Spiele wurden 776 v.Chr. ausgetragen, und dieses Jahr galt für die Griechen hinfort als Beginn der historischen Zeitrechnung.

Die Spiele wurden alle vier Jahre ausgetragen und dauerten seit klassischer Zeit fünf Tage. Der Zeitraum von vier Jahren zwischen den Spielen wurde "Olympiade" genannt. Der genaue Zeitpunkt, zu dem sie jeweils stattfanden, ist nicht überliefert. Fest steht jedoch, dass er um den ersten Vollmond nach der Sommer-Sonnenwende lag, d.h. zwischen der letzten Juliwoche und der ersten Augusthälfte.

Bedeutung für die Griechen

Welche Bedeutung die Griechen den Olympischen Spielen beimaßen, lässt sich daraus ersehen, dass die Olympiaden schon bald als die Grundlage für die zeitliche Einordnung aller bedeutenden Ereignisse ihrer langen und bewegten Geschichte eingeführt wurde.

Über viele Jahrhunderte wurden die Spiele weiterhin alle vier Jahre ausgetragen. Bei Beginn der Römerherrschaft aber (146 v.Chr.) hatten sich bereits die ersten Anzeichen des Verfalls bemerkbar gemacht: Bruch der Waffenruhe und Verletzung der Heiligkeit des Landes Elis waren keine Seltenheit mehr und die Spiele selbst hatten viel von ihrem eigentlichen, kultischen Gehalt verloren. Eine neue Blütezeit erlebte Olympia noch einmal unter Kaiser Hadrian, der die Spiele der neuen Zeit anpasste und die Sportstätten um neue Bauten erweiterte.

Verbot durch die Christen

Im Jahre 393 aber ließ der christliche Kaiser Theodosios I. die heidnischen Spiele per Dekret verbieten und Kaiser Theodosios II. 426 gar den Zeustempel in Brand stecken. Ein Erdbeben vollendete im 6. Jh. schließlich das Werk der Zerstörung, das Mensch und Zeit begonnen hatten. Es war der Alpheios, der die heilige Stätte gleichsam in die Neuzeit herüberrettete, indem er durch Anschwemmungen das, was von dem Heiligtum übriggeblieben war, im Laufe der Jahrhunderte unter einer meterhohen Erdschicht begrub.

Die Wiedereinführung der Olympischen Spiele 1896 geht auf P. Baron de Coubertin zurück. Mit Ausnahme der beiden Weltkriege haben die Spiele, die jedes Mal an eine andere Weltstadt vergeben werden, seither wieder alle vier Jahre unter Teilnahme von Sportlern aus allen Ländern der Welt stattgefunden.

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