Leonhardiritt

Leonhardiritt

Der christliche Leonarhardiritt, oft auch als Leonhardifahrt bezeichnet, ist ein Brauch, der vorwiegend in Bayern, aber auch in Österreich praktiziert wird. Vieler Orts gibt es zwischen den Bezeichnungen keinen Unterschied. Dort wo es Unterschiede gibt, bezeichnet Leonhardritt, die alleinige Teilname von Männern, nur der Begriff Leonhardifahrt schließt auch Frauen und Kinder ein.

Die ersten Aufzeichnungen stammen aus Kreuth bei Tegernsee aus dem Jahre 1440, doch wird der Brauch erst seid dem 18. Jahrhundert regelmäßig durchgeführt. In manchen Orten wurde der Brauch erst in der näheren Vergangenheit wiederbelebt, wie zum Beispiel in Kundel. Dort wurde in den 60er Jahren ein Mittel gesucht, um die Leonhardskirche zu restaurieren, daraufhin erinnerte man sich an den Brauch und führte ihn neu ein.

alte BräucheEin christlicher Leonhardiritt wird anlässlich des Namenstags des Heiligen Leonhards direkt am 6. November oder an einem Wochenende in der Nähe des Datums abgehalten. Da dieser Heilige Schutzpatron der Tiere und vor allem der Pferde ist, handelt es sich hierbei um eine Prozession zu Pferd, die an manchen Orten auch um die Kirche herumgeführt wird. In Orten wie Kundel und Bad Tölz werden festlich geschmückte Wagen, sowie Reliquien oder eine Staue des Heiligen mitgeführt.

Am Höhepunkt des christlichen Leonhardiritts werden die Pferde im Zuge einer Messe gesegnet. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Pferde in früheren Zeit wichtige Arbeitstiere der Landwirtschaft waren.

Es gibt Orte, wo ein christlicher Leonhardiritt mit einem kleinen Jahrmarkt gekoppelt ist.

Am berühmtesten und größten ist der christliche Leonhardiritt in Bad Tölz. Hier dürfen nur eisenbeschlagene Wagen teilnehmen, um die Authentizität zu wahren. Im Jahr 2005 gab es in Bad Tölz sogar eine eigene Briefmarke, da man das 150. Jubiläum feierte.

Der Leonhardiritt wurde desöfteren als Motiv für Kunstwerke verwendet, so zum Beispiel von Albin Tippmann (1872-1952) oder Peter von Hess aus dem Jahr 1825.

Für den Leonhardiritt berühmt sind außerdem jene Orte: Thiersee, wo er auf ein Gelöbnis von 1704 zurückgeht, Leogang, Pettenbach, Desselbrunn, St. Leonhard bei Grödig, Benediktbeuren, Grafing und Rottenbuch.

 

 

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