Der Fall der Mauer

Bau der Mauer

Der Fall der Mauer Die Mauer wurde am 13.8.1961 errichtet. Als Ursachen sind wohl zu sehen,dass die damalige Sowjetunion unter Chruschtschow die internationalen Spannungen erhöhte und auch der Druck auf West-Berlin wuchs, was auch einen Anstieg der Flüchtlingsströme aus der DDR zur Folge hatte. Die wirtschaftliche Situation verschärfte sich, da viele Flüchtlinge im arbeitsfähigem Alter waren. Um ein Ausbluten des Staates zu verhindern, wurde Ost-Berlin durch Volkspolizei und NVA abgeriegelt und eine Mauer gebaut, welche man im Laufe der Jahre zu einer hermetisch schließenden Absperrung weiter ausbaute. Fast 500 Menschen verloren bis 1989 ihr Leben an dieser Grenze.

Meine Gedanken vor dem Fall der Mauer

Für mich persönlich stellte sich dieses Bauwerk wie ein Rätsel dar. Aus der ehemaligen DDR stammend, stand ich als Kind so oft davor und überlegte, was wohl dahinter sein würde. In meiner Naivität glaubte ich, dass es ja nur dieser Betonklotz ist, den man überwinden muss, zu sehen, was sich dahinter verbirgt.

Erst viel später zeigten mir Fotos das tatsächliche Ausmaß dieser Anlage. Ich fragte mich immer, warum ich erst Rentner sein muss, um dieser anderen Welt zu begegnen. Die Neugier bekam ihren Lauf durch die Bilder, die uns tagtäglich im Fernsehen gezeigt wurden. Wenn etwas unerreichbar scheint, dann steigert sich der Wille, diese Unerreichbarkeit doch zu erreichen, zumal es in diesem Fall kein Abstraktum war, sondern sichtlich greifbar.

Wie erlebte ich den Fall der Mauer?

Vieles deutete ja auf dieses Ereignis hin, doch letztlich kam es für alle so überraschend und in dieser Art und Weise hatten es wohl die wenigsten erwartet, als da aus der Öffnung der Berliner Mauer am 9.11.1989 der eigentliche Fall der Mauer wurde. Ich lebte zu diesem Zeitpunkt nicht in Berlin, fuhr aber 4 Wochen später in einem völlig überfüllten Zug in diese Stadt, um endlich zu sehen, was ich sehen wollte. Als Grenzsoldaten mit einem Schmunzeln im Gesicht unsere Pässe kontrollierten, wir durch die aufgebrochene Grenzlandschaft gingen. Alle schienen aufzuatmen, wenn man bedenkt, dass die Sache auch anders hätte losgehen können.

Menschen klopften Mauersteine ab, es ging wohl zunächst um Erinnerungsstücke,was etwas argwöhnisch und unsicher von Soldaten der NVA beobachtet wurde, aber Streit wollte so wirklich niemand mehr. Also ließ man es geschehen. Das waren die Anfänge vom realen Fall der Mauer und die Menschen bewegten sich wie in einem großen Rausch.

Für die Zukunft wäre es schön, dass man sich an diese Augenblicke erinnert und dieser Wall auch in den Köpfen der Leute wegfällt. Selbst heute noch haben "Westberliner" Probleme damit, die östlichen und natürlich "Ostberliner" die westlichen Bezirke aufzusuchen. Die Zeit wird es mit sich bringen, dass auch diese Voreingenommenheit fällt.

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